Die Jugendfeuerwehr geht auf Müllsuche
 

Jedes Jahr das gleiche Spiel auf den Dresdner Elbwiesen:
Das Hochwasser geht aber der Müll bleibt. Dabei hat der Fluss nicht wirklich schuld an der Misere. Das Problem ist menschlich. Am 23. März 2002 rief die Landeshauptstadt daher ganz zu Recht ihre Bürger zur Säuberung der Auen auf. Angetreten zu dieser etwas anrüchigen Mission war diesmal auch die Jugendfeuerwehr von Oelsa.

 
 
Neun Mann hoch rollte die Truppe um Jugendfeuerwehrwart Thomas Paul kurz nach neun Uhr im altgedienten VW-Bus an den Strand von Johannstadt. Dort begrüßte der City Manager der Landeshauptstadt Raimund Wördemann, der sich von Amts wegen um ein attraktives Stadtzentrum kümmert, die auswärtigen Putzkolonne. Ausgerüstet mit Mülltüten und Handschuhen von der freigiebigen Dresdner Stadtreinigung machten sich die Nachwuchsfeuerwehrleute von Oelsa auf die Socken - Müll suchen.
Viel Mühe hatten sie dabei nicht.
In den matschigen Wiesen und im Gestrüpp der Uferböschung hatte sich der Unrat unübersehbar festgesetzt. So füllten sich die Säcke schnell mit rostigen Bierdosen, zerflederten Joghurtbechern, Glasflaschen, Plastikfetzen aller Art, löchrigen Fußbällen, Gummischläuchen, Fahrradteilen und sonstigen verrottenden Objekten zweifelhafter Herkunft. Dabei pirschten die jungen Kameraden ziemlich alleine in ihrem Revier. Nur hin und wieder kreuzte ein einheimischer Öko-Aktivist ihren Weg. Dafür leisteten Schnee und Windböen der Schar geradezu aufdringliche Gesellschaft.
Zwischendurch erschien der Marketenderwagen eines bekannten Geldinstitutes auf dem Plan und die Insassen verteilten an die Floriansjünger aus Oelsa freigiebig Kaffee und heiße Würstchen und reichlich bunte Gummitiere für Unterwegs. In Sichtweite vom Blauen Wunder ruderte dann Löschmeister Paul mit dem Arm über dem Kopf, taktisches Zeichen zum Sammeln. Fünf Säcke hatten schon die Grenze ihres Fassungsvermögens erreicht und wurden am Wegesrand für das Rollkommando der Stadtreinigung deponiert.
Der Rest wurde aufgespart für den zweiten Einsatzort des Tages, das Ufer hinter der Neuen Messe am Schlachthofring. Hier sammelte weit und breit kein Mensch, obwohl es die Gegend dringend nötig gehabt hätte. Gleich hinter den Zäunen der Laubenkolonie stießen die Jungendlichen im Dickicht auf eine wilde Müllkippe. Nach kurzem Ringen musste die Jugendfeuerwehr kapitulieren.
 
Unsere Sammeltruppe:  v.l.n.r.  

 M. Kawczynski, J. Stock, T. Fischer, R. Berthold, K. Wirthgen, R. Wagner, A. Hamann

 
Mit drei läppischen Mülltüten war einfach nichts auszurichten gegen ausgewachsene Staubsauger, hundeschwere Akkus und elende Tierkadaver. Lediglich etwas vom handlichen Unrat sammelten die Jungs noch ein.
Dann hieß es "Aufsitzen"!
Jugendfeuerwehrwart Thomas Paul hielt die Aktion trotz der Ernüchterung für gelungen. Es war auch nicht die erste dieser Art. Ökologische Bildung ist fester Bestandteil der Ausbildung in der Jugendfeuerwehr von Oelsa: "Aufgabe der Feuerwehr ist es auch, Gefahren für die Umwelt abzuwehren", sagt Paul. "Bei solchen Einsätzen lernen die Jugendlichen, Verantwortung für die Natur zu übernehmen." Außerdem, so Paul weiter, habe man in der Öffentlichkeit Präsenz gezeigt. "Ich glaube, dass war eine gute Werbung für die Feuerwehr."
 
 

Auf dem Rückmarsch stoppte man noch bei der Hamburger-Braterei in Bannewitz. Auch dort verließ die Meute nach dem opulenten Mal das Terrain sauber, die Unmengen von Pappschachteln flogen in den  Müllschlucker, auf dessen Klappe groß "Danke" steht. Das hatten sich die Jungs an diesem Tag auch redlich verdient.

 
 
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